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Ein Tag auf dem Souk

So., 09. Jun. 2019

„Ich brauche etwas Datteln, Gewürze und Zaatar Halabi. Morgen beginnt Ramadan“, sagte meine Mutter zu meinem Vater, als wir alle zusammen saßen und unseren Morgenkaffee auf der Winterterrasse genossen. Ich schlug meinem Vater vor, ihn beim Einkaufen zu begleiten.

Der Ramadan ist ein sehr wichtiger Monat für Muslime. Die Menschen fasten nicht nur und es gibt besondere Gebete, auch die Atmosphäre ist eine ganz andere mit besonderen Speisen. Der Abschluss ist Eid al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens.

Am Abend wussten wir, dass Ramadan am nächsten Tag starten wird und wir sollten einkaufen gehen. Also bin ich am nächsten Morgen mit meinem Papa auf den alten Markt gegangen.

Die Geschäfte auf diesem Markt waren sehr nah beieinander. Wir gingen zum Souk Alatareen. Der Geruch in diesem Souk war unglaublich – eine Mischung aus Gewürzen, der berühmten Alghar-Seife und Zaatar halabi.

Auf dem Markt gab es spezielle Produkte, die nur während des Ramadans angeboten werden. Für die Ladenbesitzer war es eine Gelegenheit, um ein paar nette Dekorationen aufzustellen.

Datteln sind während des Ramadans immer etwas ganz Besonderes. Man findet sie auf jedem Esstisch in jedem Haus.

Der Souk in der Altstadt war ein überdachter Markt, mit kleinen Löchern in der Decke, die die Sonnenstrahlen hereinließen. Das Licht tanzte auf den lächelnden Gesichtern. Zu der Zeit war es sehr kalt, so dass die Menschen die eingefangenen Sonnenstrahlen genossen.

Die Leute waren in diesem gesegneten Monat immer glücklich und hoffnungsvoll. Sie hofften, dass der Ramadan Liebe, Vergebung, Segen und Geduld bringen würde.

An diesem Tag waren die Käufer auf dem Souk in Eile – jeder wollte seine Sachen besorgen, bevor das Fasten bei Sonnenuntergang unterbrochen wird.

Während ich diese Erinnerungen schreibe, ist mir ein Moment noch in Erinnerung. Eine Dame, die ihre Lebensmittel im Souk kaufte, hatte nicht genug Geld, um all das, was sie sich ausgesucht hatte, zu bezahlen.

Sie fragte den Verkäufer, ob sie ein paar von den gekauften Lebensmitteln zurückgeben könne, aber er weigerte sich. Er bat sie, später zu zahlen und wenn sie nicht zahlen könnte, wäre es in Ordnung, – Gott würde ihr in diesem gesegneten Monat vergeben.

Es war ein schöner Moment – wenn es keine so netten Menschen auf dieser Welt gäbe, hätte es eine Katastrophe werden können.

Yasser



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